Vom tristen Schottergarten zum bunten Pflanzengarten

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Als wir vor 12 Jahren unser Haus gebaut haben, wollten wir erst mal einen pflegeleichten Vorgarten. Und ja, so ein Schottergarten macht wirklich wenig Arbeit. Bepflanzt wurde er mit Lavendel, Kiefer Sträuchern, und einem Kiefer Bonsai. Unter dem Schotter wurde eine wasserdurchlässige Unkrautfolie verlegt. Der Pflegeaufwand beschränkte sich einmal im Jahr auf Kiefer zurück schneiden und gelegentlich mal einen verirrten Löwenzahn aus rupfen.

Schottergarten

Mittlerweile sind wir aber deutlich aktiver im Garten geworden, so dass wir auch anspruchsvoller bei der Bepflanzung geworden sind. Durch die vermehrt wärmeren Sommer und der nach Süden gelegene Vorderseite unseres Hauses, wuchs zudem der Wunsch nach einer Schatten spendenden Bepflanzung, welche, im Gegensatz zum Schotter, den Vorgarten nicht zusätzlich aufheizt. Also hieß es, alles raus und komplett neu planen. Dazu holten wir uns einen Landschaftsgärtner zur Seite, der uns einen Plan nach unseren Wünschen erstellt und Pflanzen, Erde und Rindenmulch geliefert hat.

Abriss und Umbau

Als erstes musste der ganze Schotter abtransportiert werden. Das ging recht einfach, war aber sehr mühselig. Bei einer Fläche von rund 25 m2 sind das mal schnell 2-3 m3 Steine. Das Entfernen der vorhandenen Bepflanzung erwies sich hingegen als deutlich leichter als befürchtet. Die langen Wurzeln der Kiefer Sträucher verliefen eher horizontal im Boden, als tief in die Erde. Den (ursprünglich echt teuren) Kiefer Bonsai haben wir verschenkt, da wir zuvor von zwei verschiedenen Landschaftsgärtnern bereits gewarnt worden waren, dass dieser eine Umpflanzung sehr wahrscheinlich nicht überstehen würde. Ob er bei seinem neuen Besitzer nun tatsächlich wieder Wurzeln geschlagen hat, wissen wir leider nicht.

Nachdem der ursprüngliche Boden nun wieder freigelegt war, musste ein Spritzschutz entlang der Hauswand angelegt werden. Zuvor war dieser nicht nötig, da das ganze Beet eh mit Schotter bedeckt war. Demnach hieß es, Graben ausheben, Randsteine in Beton setzen (im Abstand von ca. 40 cm an der Hauswand entlang), wieder auffüllen, Unkrautvlies drüber und mit Schotter abdecken. Ein winziger Teil des Schottergartens hat damit sozusagen überlebt, ist aber unumgänglich wenn man sich die Hauswand bei Regen nicht voll sauen möchte.

Im gleichen Zug mit der Neugestaltung des Vorgartens, haben wir auch unseren alten Briefkasten durch einen Paketkasten ersetzt*. Dazu musste ich den alten „Grabstein“ aus seinem Betonbett befreien, was mal wieder eine Heidenarbeit war, trotz Hilti Bohrhammer. Anschließend wurde ein neues Betonfundament für den Paketkasten an der gegenüberliegenden Seite des Hauseingangs, anlegt.

Bepflanzung

Bei der Bepflanzung haben wir uns, wie schon erwähnt, einen Plan von einem erfahrenen Landschaftsgärtner erstellen lassen, welcher dann auch alle Pflanzen, Erde und Rindenmulch geliefert hat. Schatten soll vor allem (in ein paar Jahren) eine Kugel-Akazie (Robinia Pseudoacacia Umbraculifera) spenden. Da die Gärtnerei aber erst sehr spät im Juni liefern konnte, war das Pflanzen eines größeren Baums nicht mehr möglich, sodass wir uns erst mal mit einer kleineren Kugel-Akazie, die dann auch noch nicht sonderlich schön gewachsen war, zufrieden geben mussten. Dementsprechend handelte meine Frau gleich einen ordentlichen Rabatt heraus, in der Hoffnung, dass der Baum schnell wächst und in den nächsten Jahren fülliger wird.

Nach dem Auflockern des Bodens mit der guten, alten Kubota Gartenfräse und dem Pflanzen des Baums, wurden anschließend, genau nach Plan, zahlreiche Sträucher (Chinaschilf, Rispen-Hortensie, Liebesgräser, …), Blumen (Scabiose, Sonnenhut, Steinquendel, Lavendel, …) und Bodendecker (Storchschnabel, Kleinstrauchrose Heidetraum) eingesetzt. Dabei gingen wir immer gleich vor: passendes Loch ausheben, mit frischer Gartenerde füllen, Pflanze hinein geben  und ordentlich wässern. Da ist man dann auch schnell mal einen ganzen Tag beschäftigt.

Abschließend wurde das komplette Beet mit grober Pinienrinde bedeckt. Diese ist zwar etwas teurer als herkömmlicher Rindenmulch, verrottet aber deutlich langsamer und hält so bis zu dreimal so lange. Außerdem hat Pinienrinde einen geringeren Säuregehalt als übliches Rindenmulch, belastet damit den pH-Wert des Bodens weniger und entzieht dem Boden beim Verrotten weniger Stickstoff.

Insektenfreundlicher Vorgarten

Fazit

Die Umgestaltung eines Schottergartens in einen insektenfreundlichen, pflanzenreichen und bunten Vorgarten, ist schon eine echtes Stück Arbeit. Aber es lohnt sich! Wir mussten den Vorgarten über die trockenen Sommermonate zwar fast täglich gießen, dafür sind alle Pflanzen aber mittlerweile sehr gut gediehen und schon deutlich gewachsen. In 2-3 Jahren wird man vom Boden wohl nicht mehr viel sehen.

Insgesamt hat der neue Vorgarten uns an Material (Baum, Pflanzen, Erde, und Pinienrinde) ca. 1.300 – 1.500 Euro gekostet. Die Investition ist aber jetzt schon jeden Cent wert und wird uns sicher noch einige Jahre Freude bereiten!

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